Haltung

Terrariumgröße:

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, schreibt im „Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien“ eine Mindestgröße des Terrariums von (6x4x4) x KRL für ein Pärchen Halsbandleguane vor. Wer sich nun die Größe eines Halsbandleguanes anschaut kommt auf eine Terrariengröße 60x40x40 cm (Länge x Breite x Höhe). Ich persönlich halte es für Tierquälerei ein so aktives und agiles Tier wie der Halsbandleguan in so einem „Schuhkarton“ zu halten.

Ein Terrarium mit den Maßen von 120x60x60 cm (Länge x Breite x Höhe) sehe ich als absolutes Minimum an. Ich persönlich halte alle meine Zuchtgruppen (ein Männchen und Weibchen) in Terrarien der Größe 150x60x70 cm (Länge x Breite x Höhe). Meine Nachzuchten wachsen in Terrarien der Größe 75x50x60 cm sowie 100x50x50 cm auf.

Terrarium

Temperaturen:

Die Grundtemperatur im Terrarium sollte zwischen 30° und 35° C liegen, lokal sollte den Tieren ein Sonnenplatz eingerichtet werden mit Temperaturen bis 45° C. Sie werden sehen, dass die Sonnenhungrigen Halsbandleguane Ihnen dies mit reichlicher Aktivität danken werden.

Rückwand / Einrichtung:

Die Einrichtung sollte den natürlichen Anforderungen von Halsbandleguanen entsprechen. Heutzutage ist es einfach sich mit Hilfe bekannter Suchmaschinen ein Bild davon zu machen wie es z.B. in Utah aussieht.

Wie dort zu erkennen lebt der Halsbandleguan in steinigen Wüsten also Gebiete mit spärlichem Bewuchs. Daher ist eine strukturierte felsige Rückwand angebracht. Sie hat nicht nur den Vorteil die Lauffläche und das Wohlbefinden der Leguane zu erhöhen. Nein sie ist auch für den Halter ein schöner optischer Anreiz.

Rückwände sowie Bodenflächen können relativ simpel und günstig gebaut werden. Mit Styrodur, Styropor oder/und PU-Schaum als Unterbaumaterialien kann die Rückwand gestaltet werde. Um die nötige Festigkeit sowie eine Steinmaserung zu erhalten wird der Unterbau im Anschluss mit mehreren Schichten Fliesenkleber oder passenden Epoxidharz versiegelt. Gerne stehe ich Ihnen beim Gestalten sowie beim Bau mit Rat und Tat zur Verfügung.

Rückwand

Für die Bodenflächen bietet es sich an diesen mit denselben Materialien zu gestalten. Bodensubstrate wie Erde oder Sand sollte dringend vermieden werden da diese zu Krankheiten führen können.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit den Boden mit Natursteinplatten (Polygonalplatten) auszulegen. Da es sich hier um echten Stein handelt erwärmen sich die Platten und geben die Wärme am Abend an die Tiere ab. Meine Tiere, egal ob groß oder klein liegen ständig flach gepresst auf diesen Steinen und sonnen sich. Zum Schutz der Tiere sollte natürlich vermieden werden, dass sich Steinplatten bewegen können.

SteinplattenSteinplatten2

Als Abschluss empfiehlt sich noch ein wenig Muschelgritt (Taubengritt) einzustreuen, dieser hat den Vorteil, dass Kalzium enthalten ist und vereinzelt von den Halsbandleguanen aufgenommen wird.

Eiablageschale:

Egal ob der Wunsch der Zucht vorhanden ist oder nicht. So ist in beiden Fällen eine Eiablageschale von Nöten. Die Eiablageschale ist für den Weiblichen Leguan ein sehr wichtiges Element. Sollte das Ablagesubstrat nicht den Ansprüchen des Weibchens genügen. Oder gar keine Ablageschale zur Verfügung stehen kann es zu einer Lege Not sowie zum anschließenden Tot des Tieres kommen.

Die Größe der Ablageschale sollte in etwa die Maße von 40x30x10 (Länge x Breite x Höhe) aufweisen. Gerade die Tiefe der Ablageschale ist ein wichtiges Kriterium da sich der Leguan komplett einbuddelt und ein Höhlensystem anlegt.

Beim Ablagesubstrat gibt es viele Wege die zum Ziel führen. Wichtig ist nur das Substrat muss grabfähig und leicht feucht sein, so dass die Gänge nicht zusammen fallen. Ich persönlich nutze eine Mischung aus Sand-Lehm Gemisch mit ein wenig Vermiculite (was die Feuchtigkeit besser speichert). Allerdings ist ungedüngte Blumenerde mit Sand auch eine Möglichkeit. Um den Feuchtigkeitsverlust durch das Warme Terrarium vermeiden sollte die Ablageschale mit einer Platte abgedeckt werden.

Bei der Planung und dem Bau einer Rückwand bietet es sich an die Eiablagestelle direkt in das Terrarium zu integrieren. Allerdings sollten sie die Konstruktion so wählen, dass die Ablageschale jederzeit herausnehmbar ist. Dabei sollten sie beachten, dass diese gefüllt mit Ablagesubstrat sehr schwer ist und sie viel Handlungsspielraum benötigen. Eine herausnehmbare Ablageschale hat den Vorteil, dass Eier in Ruhe und vorsichtig geborgen werden können. Zwar neigt der Halsbandleguan selten zur „Nestverteidigung“ allerdings ist es mir persönlich schon vorgekommen. Und ein aggressives Halsbandleguan Weibchen ist nicht zu unterschätzen.

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